Das Auto wird zum Arbeitsplatz: Wie der neue Mercedes CLA EQ das „Road Office“ Wirklichkeit macht

Mit dem neuen Mercedes‑Benz CLA (ab 2025/2026) beginnt eine neue Phase des mobilen Arbeitens: Erstmals wird das Fahrzeug selbst zum integralen Bestandteil der digitalen Arbeitsumgebung. Durch die tiefe Integration von Microsoft 365 auf Basis des neuen MB.OS entsteht ein echtes „Road Office“, das weit über bisherige App‑Lösungen hinausgeht – und den Arbeitsalltag spürbar verändert.

Microsoft Teams direkt im Fahrzeug

Im Mittelpunkt steht die nahtlose Integration von Microsoft Teams in das MBUX-System der nächsten Generation. Nutzer können an Meetings teilnehmen, ohne auf externe Geräte angewiesen zu sein. Selbst Videokonferenzen sind grundsätzlich möglich, da die Innenraumkamera des Fahrzeugs genutzt wird.

Gleichzeitig wird dem Thema Sicherheit konsequent Rechnung getragen. Während der Fahrt wird das Videobild automatisch deaktiviert und das Meeting in einen Audioanruf umgewandelt. So bleibt die Kommunikation erhalten, ohne die Aufmerksamkeit des Fahrers zu beeinträchtigen. Ergänzend bietet eine integrierte Meetings-App direkten Zugriff auf Kalender, E-Mails und Notizen – alles innerhalb der Fahrzeugumgebung.


Copilot als digitaler Beifahrer

Besonders prägend ist die Einbindung von Microsoft 365 Copilot. Die KI fungiert im Fahrzeug als intelligenter Assistent und ermöglicht eine vollständig sprachgesteuerte Interaktion mit geschäftlichen Inhalten.

E-Mails lassen sich zusammenfassen, Termine erläutern und Meetings vorbereiten – ohne Blick auf einen Bildschirm. Darüber hinaus können gezielt Informationen zu Kunden oder bevorstehenden Gesprächen abgerufen werden. Diese kontextbezogene Unterstützung verändert die Art des Arbeitens unterwegs grundlegend: Statt klassischer Bildschirmarbeit steht eine reduzierte, zielgerichtete Informationsnutzung im Vordergrund.


Aufgaben im Blick – auch unterwegs

Auch die Aufgabenverwaltung ist Teil des integrierten Systems. Über die Anbindung von Microsoft To Do können Aufgabenlisten abgerufen, neue Aufgaben per Sprache erfasst und bestehende Einträge aktualisiert werden.

Gerade unterwegs entsteht daraus ein praktischer Nutzen: Gedanken können unmittelbar festgehalten werden, ohne sie später rekonstruieren zu müssen. Die Fahrzeit wird so nicht nur überbrückt, sondern aktiv und strukturiert

Sicherheit wird Teil des Fahrzeugs

Ein zentraler Aspekt der neuen Integration ist die native Einbindung von Microsoft Intune in das Betriebssystem MB.OS. Damit wird das Fahrzeug selbst zu einem verwalteten Bestandteil der Unternehmens-IT.

Unternehmen können Sicherheitsrichtlinien und Zugriffssteuerungen auch im Fahrzeug durchsetzen. Der Zugriff auf geschäftliche Daten erfolgt kontrolliert und entspricht den gewohnten Standards aus der Geräteverwaltung von Laptops und Smartphones. Für Organisationen ist dies ein entscheidender Schritt, um mobiles Arbeiten sicher und skalierbar zu gestalten.

 

Voraussetzungen und Einordnung

Die Nutzung dieser Funktionen ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Neben dem Entertainment Package Plus im Fahrzeug sind entsprechende Microsoft‑365‑Unternehmenslizenzen erforderlich. Insbesondere die Copilot-Funktionalität setzt eine zusätzliche KI-Lizenz voraus.

Damit wird deutlich: Das „Road Office“ ist kein Feature für den Freizeitgebrauch, sondern richtet sich klar an professionelle Anwender mit entsprechendem Bedarf.

 

Ein neuer Arbeitskontext statt Ersatz fürs Büro

Die eigentliche Bedeutung des neuen CLA liegt weniger in einzelnen Funktionen als in der veränderten Rolle des Fahrzeugs. Es wird nicht zum Ersatz des klassischen Arbeitsplatzes, sondern zu einem zusätzlichen Arbeitskontext.

Während konzentrierte, anspruchsvolle Tätigkeiten weiterhin geeignete Umgebungen erfordern, eignet sich das Fahrzeug für Kommunikation, Vorbereitung und Strukturierung. Zeiten zwischen Terminen können sinnvoll genutzt werden, ohne zusätzliche Unterbrechungen in den Tagesablauf einbauen zu müssen.

 

Fazit

Mit der Kombination aus MB.OS und Microsoft 365 zeigt Mercedes‑Benz, wie ein wirklich integriertes Road Office aussehen kann. Das Fahrzeug wird Teil der digitalen Arbeitswelt – nicht als isolierter Zugangspunkt, sondern als vollständig eingebundener Baustein.

Ob sich dieses Konzept breit durchsetzt, hängt weniger von der Technologie ab als von der Bereitschaft, Arbeit neu zu denken: weg vom festen Ort, hin zu einem flexiblen, kontextbezogenen Verständnis von Produktivität.

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