Microsoft 365 im Jahr 2026: Die wichtigsten Veränderungen für SharePoint, Teams, Planner und Co.
Das Jahr 2026 bringt tiefgreifende Neuerungen für Microsoft 365. Viele davon betreffen den Kern der täglichen Zusammenarbeit: Dokumente in SharePoint, Kommunikation über Teams und die Aufgabenplanung mit Planner. Einige Produkte wie Forms und To Do erhalten dagegen nur geringe oder gar keine sichtbaren Veränderungen. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Entwicklungen zusammen – basierend auf den öffentlich zugänglichen Roadmap‑Informationen und administrativen Ankündigungen.
SharePoint: ein Jahr großer Umbrüche
Für SharePoint wird 2026 zu einem Jahr der Weichenstellungen. Vor allem die On‑Premises‑Welt ist stark betroffen. Microsoft beendet die Unterstützung für SharePoint Server 2016 und 2019 am 14. Juli 2026. Ab diesem Zeitpunkt stehen keine Sicherheits‑Updates und kein Support mehr zur Verfügung, was Unternehmen, die noch nicht migriert haben, unter erheblichen Zugzwang setzt. Zusätzlich wird auch der Office Online Server am 31. Dezember 2026 außer Betrieb genommen, wodurch On‑Premises‑Nutzer die Möglichkeit verlieren, Office‑Dateien direkt im Browser zu öffnen oder zu bearbeiten. Damit werden klassische On‑Prem‑Installationen in vielerlei Hinsicht funktional eingeschränkt, was eine Cloud‑Migration noch dringlicher macht.
Auch in SharePoint Online gibt es deutliche Weiterentwicklungen, vor allem im Bereich künstlicher Intelligenz. Microsoft führt sogenannte SharePoint‑Agents ein, die direkt in Teams ansprechbar sind. Sie greifen auf Site‑Daten zu und können Fragen zu Dokumenten oder Inhalten beantworten, wodurch Suchprozesse und Informationsbeschaffung deutlich effizienter werden. Ergänzend dazu erscheint ein neues FAQ‑Webpart, das Inhalte automatisch analysiert und häufig gestellte Fragen selbstständig generiert. Diese Funktionen zeigen klar, dass SharePoint immer stärker zu einem intelligenten Wissensspeicher ausgebaut wird.
Auch organisatorisch tut sich einiges: Die Just‑In‑Time‑DLP‑Funktionen von Microsoft Purview werden im November 2026 erweitert und können künftig auch unklassifizierte Dateien ab dem Moment schützen, in dem ein Nutzer sie teilen oder herunterladen möchte. Außerdem kommt der sogenannte Hero Link – ein einzelner, einheitlicher Freigabelink pro Datei, der das komplizierte System mehrerer Zugriffs‑Links ablöst. Damit wird das Berechtigungsmanagement einfacher und weniger fehleranfällig.
Teams: Zusammenarbeit über Mandanten hinweg wird einfacher
Microsoft Teams konzentriert sich 2026 vor allem auf Verbesserungen in der täglichen Nutzung. Besonders interessant ist die Fähigkeit, Nachrichten aus mehreren Mandanten zu empfangen und zu beantworten, ohne das Konto wechseln zu müssen. Für Organisationen, die mit Partnern, Tochtergesellschaften oder externen Teams zusammenarbeiten, entfällt damit ein bisher spürbarer Reibungspunkt. Diese Änderung soll Anfang 2026 allgemein verfügbar werden. [winfuture.de]
Parallel dazu überarbeitet Microsoft die Kanalstruktur. Die Navigation innerhalb umfangreicher Team‑Strukturen soll übersichtlicher werden, und die Suchfunktionen innerhalb von Kanälen werden spürbar verbessert. Auch für digitale Veranstaltungen entwickelt sich Teams weiter: Die Event‑Funktionen für Town Halls und Webinare werden ausgebaut, um professionellere Formate zu ermöglichen. Unternehmen, die interne oder externe Events durchführen, profitieren hier von einer höheren Stabilität und mehr Interaktionsmöglichkeiten.
In puncto Sicherheit ergänzt Teams außerdem eine Funktion zum Melden verdächtiger Anrufe, die ab Februar 2026 ausgerollt wird. Gleichzeitig führt Microsoft eine automatische Rechtschreibkorrektur für Nachrichten ein, die die tägliche Kommunikation erleichtert.
Planner: das umfassendste Upgrade seit Jahren
Planner erhält 2026 eine der größten Überarbeitungen seit seiner Einführung. Zwischen Mitte Januar und Mitte Februar beginnt Microsoft mit dem Rollout eines neuen Funktionspakets, das sowohl die Zusammenarbeit als auch die Strukturierung von Projekten erheblich verbessert. Dazu zählen neue Task‑Chats, die die bisherigen Kommentare ersetzen. Diese Chats ermöglichen @‑Erwähnungen, Rich‑Text‑Formatierungen und eine deutlich klarere Kommunikation direkt auf Aufgabenebene.
Zusätzlich kommen wiederverwendbare Vorlagen, mit denen Teams komplette Pläne als Basis nutzen können. Besonders stark ist der Ausbau der Projektmanagement‑Funktionen: Planner erhält eine echte Timeline‑ beziehungsweise Gantt‑Ansicht sowie Abhängigkeiten zwischen Aufgaben – Funktionen, die bislang eher Project vorbehalten waren und nun einem breiteren Publikum zur Verfügung stehen.
Parallel dazu räumt Microsoft das Produkt auf. Die alten Task‑Kommentare verschwinden vollständig und werden durch den neuen Chat ersetzt. Auch der iCalendar‑Feed, die Integration in Viva Goals, der Whiteboard‑Tab und diverse Loop‑Komponenten werden entfernt. Damit schafft Microsoft eine klarere Produktlogik und legt gleichzeitig die Basis für Planner als modernisiertes Projektmanagement‑Werkzeug.
Forms: ein ruhiges Jahr ohne große Neuerungen
Während SharePoint, Teams und Planner umfassend überarbeitet werden, bleibt Microsoft Forms auffallend stabil. In den Roadmap‑Einträgen für das Jahr 2026 finden sich keine wesentlichen Neuerungen. Forms bleibt weiterhin ein leichtes, funktionales Werkzeug zur Erstellung von Umfragen und Formularen, ohne dass größere Funktionspakete angekündigt sind.
To Do: keine sichtbaren Änderungen auf der Roadmap
Auch für Microsoft To Do gibt es 2026 keine relevanten Neuerungen in der öffentlich einsehbaren Roadmap. Die App bleibt wie in den Vorjahren stabil, ohne große Funktionssprünge. Viele Weiterentwicklungen innerhalb des Aufgaben‑Ökosystems finden mittlerweile in Planner, Loop oder Outlook statt, sodass sich To Do zunehmend auf seine Kernfunktion als persönliche Aufgabenliste konzentriert.
Fazit
2026 entwickelt Microsoft die Microsoft‑365‑Plattform konsequent weiter – mit einem klaren Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz, besserer Zusammenarbeit und modernerem Projektmanagement. Vor allem SharePoint und Teams werden technisch wie organisatorisch erneuert, während Planner ein deutlich professionelleres Profil erhält. Forms und To Do bleiben hingegen weitgehend unverändert. Unternehmen sollten frühzeitig prüfen, welche Auswirkungen die beschriebenen Änderungen auf interne Prozesse, Sicherheitsrichtlinien und bestehende Plattformen haben – insbesondere im Hinblick auf die anstehenden SharePoint‑Retirements.